HANS NACZENSKI (*1925- †2007)

„Die Erinnerung scheint mir gut, in der die Dankbarkeit einen würdigen Platz füllt.
Was wird, kommt ja doch wohl aus dem, was war und ist.“
Hans Naczenski

Hans Naczenski war ein Mensch, der in seinem künstlerischen Schaffen und seinem Wirken als Priester Orte der Ruhe, des Verweilens und der Schönheit schuf.

Hans, eigentlich Johannes, wurde am 29. Dezember 1925 in Proskau (Kr. Oppeln – heute Polen) als Sohn des Schornsteinfegers Martin und seiner Frau Hedwig geboren. Er absolvierte ab 1943 seinen Wehrdienst und von 1945 – 1948 war er in Kriegsgefangenschaft in der Nähe von Astrachan an der Wolga. Von 1948 – 1953 studierte er Theologie, Philosophie und Pädagogik in Königsstein, Osnabrück und München. Am 20.12.1953 wurde er dann zum Priester geweiht.

Am 1. September 1962 kam er als Kaplan nach Güstrow. Vorher war er als Vikar in Billstedt-Geesthach, Ludwigslust und Schwaan (1954) sowie Schwerin (1955) und Wittenburg (1959) tätig. Nach seiner Güstrower Kaplanszeit (1962 – 1965) wurde er Pfarrer von Crivitz (09/1965). Am 01. Mai 1968 ernannt, wurde er durch Dechant Weidner aus Ribnitz am 09. Mai 1968 in sein neues Amt als Pfarrer von Güstrow eingeführt. Sein silbernes Priesterjubiläum feierte er am 20.12.1978 und sein goldenes, nachdem er am 30.11.1994 in den Ruhestand ging, am 20.12.2003 im Kreise seiner Gemeinde.

„Ich glaube an Gott, das Leben und die Liebe.“ So lautete sein Leitsatz, das Credo des Priesters, Künstlers und Menschen Hans Naczenski. Der priesterliche Dienst forderte den ganzen Menschen Hans Naczenski. So ist alles, was heute von ihm zu sehen, zu lesen, zu erleben ist, alles was darüber hinaus in diesem Haus – aber auch an vielen anderen Orten – an Kunst zu finden ist und es ist viel, der knappen Freizeit, den frühesten Morgenstunden und so mancher Nacht abgerungen, ja geradezu abgetrotzt.

Durch die Kunst Ernst Barlachs kam er als junger katholischer Priester selbst zur Kunst. „Wer bist Du“ – „der katholische Pfarrer“ – „Komm rein!“ So lautete der knappe Begegnungsdialog zwischen ihm und Marga Böhmer. Es war eine glückliche Konstellation, eine wahre Fügung, für Hans Naczenski in Güstrow Gott und den Menschen zu dienen und seinen Barlach um sich zu haben.

„Das Leben im Alleingang betreten zu wollen ist absurd, ganz abgesehen davon, dass es nicht geht.“
„Wenn ich Freunde sehe, weiß ich wie es weitergeht.“
Sein Vermächtnis lautet: „Bleibt Freunde“

Hans Naczenski verstarb in den Morgenstunden des 14. Mai 2007 in Güstrow.

Laudatio von Martin Jamborsky zur Ausstellung „Hans Naczenski“ am 2.10.2015